Angeregt durch das Lesen einer Webseite kam mir eben die Idee zu diesem Blogartikel: meine Projekte und ich. Wie bleibe ich dran an meinen Projekten? Wie passt es eigentlich am besten zu mir? Welche Projekte habe ich? Wie gehe ich damit um, dass ich viele Interessen habe – und dadurch oft auch viele Projekte gleichzeitig? Und dass ich diese Interessen manchmal mit großer Begeisterung auslebe, um sie später wieder eine Zeitlang ruhen zu lassen?
Die Autorin schrieb dort:
„Meine Strickprojekte zum Beispiel will ich nicht durchorganisieren. Sondern an dem werkeln, worauf ich gerade Lust habe. Dafür muss ich viele angefangene Projekte aushalten und genug Platz haben sie zu verstauen.
Auch beim Schreiben beginne ich langsam mir zu erlauben, mehrere Projekte gleichzeitig zu verfolgen. Ich suche noch den Weg, der in diesem Bereich zu mir passt. Der mich als Kreative produktiv sein lässt und trotzdem Spaß macht.“
Genau das hat mich angesprochen. Diese Sätze regten mich an, über mich und meinen Umgang mit Projekten und dem Dranbleiben nachzudenken.
Und aufeinmal hatte ich das Gefühl: Genau das ist die Antwort auf meine Art, wie ich im Leben unterwegs bin. Und vielleicht auch darauf, wie ich diesen Blog führen werde.
Viele Interessen, viele angefangene Projekte
Ich muss viele unfertige Projekte aushalten. Ich habe sehr viele Interessen. Die unterschiedlichsten.
Vom Schreiben übers Malen und Basteln. Mit Gips und Papier und Ton. Mit selbst angerührtem Pappmaché. Häkeln und Stricken zwischendurch ist auch dabei. Fertig mache ich nicht immer alles. Vieles bleibt liegen. Aber ich habe es angefangen. Es ging mir ums Tun.
Und dass das bei mir eben so ist, darf ich vielleicht endlich anerkennen und würdigen, statt mich dauernd dafür auszuschimpfen. Weil ich anscheinend wirklich so ein Mensch bin, der viele Dinge ausprobieren möchte. Ein Scannertyp wahrscheinlich.
Ich habe viele Projekte nicht deshalb begonnen, um unbedingt irgendwann perfekt darin zu werden. Sondern weil mich etwas gerufen hat. Weil ich wissen wollte, wie es sich anfühlt. Wie es geht. Ob ich es kann.
Und manchmal reichte mir das schon.
Das Klavier und ein alter Wunsch

Klavier spielen wollte ich schon als Kind lernen. Es war ein großer Wunsch. Aber er wurde mir damals nicht erfüllt.
Vor vielen Jahren brachte ich mir dann selbst ein bisschen Klimpern bei. Ich konnte Noten lesen, komponierte sogar ein klein wenig. Gerade genug, dass ich später meine Kinder mit einem kleinen Keyboard dafür begeistern konnte, selbst Klavier spielen lernen zu wollen.
Jetzt, im Alter, wollte ich das Thema noch einmal aufnehmen. Aber anders. Nicht dieses jahrelange klassische Üben. Sondern Akkorde lernen. Harmonien verstehen. Mich beim Singen begleiten können. Ich wollte das unbedingt. Monatelang war ich richtig begeistert davon. Es gibt ja unendlich viele Anleitungen im Internet. Aber dann verlief sich das Ganze wieder. Ich glaube, das war Weihnachten 2024.
Ich lud mir damals den falschen Kurs herunter. Statt bekannter Weihnachtslieder bekam ich angeblich sehr bekannte Songs präsentiert, die ich aber überhaupt nicht kannte. Und damit sollte ich üben? Nö. Ich spiele viel nach Gehör. Und das funktioniert bei unbekannten Liedern eben nicht. Also schlief dieser dringende Wunsch irgendwann wieder ein.
Dinge mit den Enkeln teilen
Vieles hat inzwischen auch mit meinen Enkeln zu tun. Eine Enkelin spielt wunderbar Klavier. Sie zeigt mir immer wieder etwas. Und ich wollte so gerne einmal mit ihr zusammen kleine vierhändige Stücke spielen können. Das war mein Ehrgeiz.
Einmal hätten wir es fast geschafft. Aber dann musste sie heim. Und ich hätte noch ein wenig mehr Zeit gebraucht zum Üben. Beim nächsten Treffen war es leider vergessen. Die Notenhefte liegen aber noch da. Es wartet also eigentlich noch.
Nur blieb damals keine Zeit mehr dafür. Weil mein Blog wichtig wurde. Und der braucht ebenfalls Zeit.
Kreativität braucht Platz
Malen zum Beispiel. Oh, ich habe viel gemalt. Viel geübt. Und manches sieht gar nicht schlecht aus. Ein bisschen Begabung liegt wohl in der Familie. Etwas davon habe ich mitbekommen.
Aber all diese kreativen Dinge brauchen Platz. Und genau daran scheitert es oft im Alltag. Jedes Mal alles hervorholen. Aufbauen. Hinterher wieder wegräumen. Schutzmatten auslegen. Farben wegräumen. Das ist mühsam. Irgendwann lässt man es dann bleiben.

Dabei gibt es einige Kunstwerke im Haus, die von mir stammen. Das freut mich sehr. Und eine Enkelin würde auch gerne mit mir kreativ arbeiten. Ich habe sogar vieles dafür gesammelt und aufgehoben.
Ich träume manchmal von einem Raum, in dem all das einfach liegen bleiben darf. Eine Art Studio. Ein Raum zum Werkeln. Zum Nähen. Zum Malen. Zum Ausprobieren. Wo die Nähmaschine nicht sofort wieder verschwinden muss.
Eine Bekannte ist Künstlerin. Vielleicht könnte man irgendwo einen Raum anmieten. Aber natürlich wäre es zuhause bequemer. Ich muss nicht mehr ständig irgendwo hinfahren. Jünger werde ich schließlich auch nicht.
Mein Blog darf wachsen wie ich
Und damit komme ich wieder zurück zum Ausgangspunkt dieses Artikels. Zu meinen Projekten.
Zu den vielen angefangenen Dingen. Und auch zu meinen Blogartikeln.
In meinem Blog gibt es einige angefangene Texte inzwischen. Ideen. Entwürfe. Gedankenfetzen. Manche stammen aus mir selbst, manche aus den wöchentlichen Aufgaben von Judith Peters aus der Content Society. Nicht zu allem fällt mir sofort etwas ein. Manche Themen sind einfach nicht wirklich meine.
Früher hätte ich mich dafür wieder gerügt. Weil ich etwas anfange und nicht sofort fertig mache. Weil man das doch „ordentlich“ zu Ende bringen müsste. Und jetzt merke ich langsam: Anderen geht es genauso. Man hält Ideen fest. Und vielleicht wird irgendwann etwas daraus. Oder eben nicht. Aber wenn man sie nicht festhält, sind sie weg.
Ideen sind unser Kapital. Nicht jede Idee wird sofort vollendet. Manche brauchen Jahre. Manche bleiben Fragmente. Manche werden plötzlich wichtig. Und genau so arbeiten kreative Menschen oft. Schriftstellerinnen. Künstlerinnen. Wir schreibenden Menschen. Bloggerinnen. Wir haben viele Ideen. Sie sprudeln manchmal nur so heraus. Und wir müssen wissen, wo wir sie wiederfinden.
Unfertig darf bleiben
Natürlich braucht das Platz. Nicht nur im Kopf. Auch im echten Leben. Gesammelte Werke eben. Davon habe ich einige. Und ich muss aushalten, dass nicht immer alles perfekt sortiert ist. Dass Projekte herumliegen. Dass manches wartet.
Seit ich verstanden habe, dass auch ein Blog so wachsen darf, ist mein schlechtes Gewissen kleiner geworden. Ich arbeite mit meinem Blog. Er wächst. Täglich. Wöchentlich. Monatlich. Alles hat seine Berechtigung. Auch die langsamen Dinge. Auch die unfertigen.
Ich habe mir jetzt Visitenkarten drucken lassen. Damit ich mein Tun langsam unter die Menschen bringen kann. Weil ich mich inzwischen traue. Meine Webseite ist, wie sie ist. Sie ist mein privater Blog. Und er wächst mit mir.
Mit neuen Artikeln. Mit unterschiedlichen Themen. Mit Fotos, die ich vorher oft noch bearbeiten muss, damit sie den Blog nicht „sprengen“. Das kostet Zeit und hält mich manchmal vom Veröffentlichen ab. Aber sicher finde ich auch dafür noch einen Weg.

Mein eigener Rhythmus
Nicht unter Druck setzen lassen. Das ist mein Motto. Oder zumindest versuche ich, dass es mein Motto wird.
Ich möchte meinen eigenen Rhythmus finden. Einen Rhythmus, der mir guttut. Der mich vorwärtsbringt. Und der mir kein schlechtes Gewissen macht, wenn ich nicht ständig und immer und gaaanz viel veröffentliche.
Ehrlich gesagt: Ich bin stolz darauf, dass ich als Oma überhaupt endlich meinen eigenen Blog habe. Mit WordPress aufgesetzt, was nun wirklich nicht ganz einfach ist. Und dass ich nicht nur Oma im landläufigen Sinn der üblichen Mainstream-Vorstellung bin.
Meine Socken stricke ich im Blog. Virtuell. Die passen immer.

Noch ist der Blog neu und im Entstehen. Anngret schreibt Geschichten, veröffentlicht im Blog Alltagserlebnisse, schreibt über Frauenthemen, über Erlebnisse auf ihren Reisen, übers Älterwerden in Würde und Gesundheit, erzählt über die neue sanfte Medizin und einfach über alles, was das Einfach-Mensch-Sein ausmacht. Sie hat eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin, war im Berufsleben im Steuerbereich tätig und ist jetzt in Rente.