Meine wichtigsten Grund-Werte sind wie bei fast jedem - Freiheit und Unabhängigkeit. Ich habe mich aber auch gefragt, was der innere Kompass ist, der uns wirklich antreibt, wenn niemand zuschaut und alle Pläne noch in den Sternen stehen. Lange dachte ich, Werte seien wie in Stein gemeißelte Gebote, die man einmal für sich findet und dann für immer befolgt. Aber das Leben hat mich eines Besseren belehrt.
Als Grundlage zum Blog-Beitrag über unsere drei wichtigsten Werte gibt es in der Content Society von Judith Peters https://thecontentsociety.de/ eine fast 150 Punkte umfassende Werte-Liste. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass ich im Oktober andere Werte aus der langen Liste für wichtig hielt als drei Monate später. Werte sind also doch kein starres Monument? Sie sind ein Fluss? Sie verändern sich mit uns, fließen mal sanft, mal reißend, und passen sich immer genau der Landschaft unseres Lebens an.
Oktober: Der Sprung ins kalte Wasser und meine drei Werte
Als ich im Oktober 2025 den Entschluss fasste, diesen Blog zu starten, war das ein Sprung ins Unbekannte. Ich stand am Beckenrand ohne eine Ahnung von der Technik, oder von den ungeschriebenen Gesetzen des „Bloguniversums“. Ich hatte nur diesen einen, starken Wunsch in mir: Ich wollte ihn HABEN. Und genau in diesem Moment der Entscheidung kristallisierte sich mein innerer Kompass völlig neu heraus. Es zeigten sich drei Werte, die ich für diesen ersten Schritt unbedingt brauchte.
Der erste war Verantwortung. Aber nicht als schwere Last, die man sich aufbürdet, sondern als das bewusste „Ja“ zu meinem eigenen Wunsch. Es war die Entscheidung, für diese Idee einzustehen, sie ernst zu nehmen und ihr meine Energie zu schenken, auch wenn ich nicht wusste, wohin sie mich führen würde.
Der zweite Wert war das Wohlwollen. Vor allem mir selbst gegenüber. In einem Prozess, in dem Fehler, Zweifel und Überforderung tägliche Begleiter sind, war Wohlwollen meine innere Erlaubnis, lernen zu dürfen. Es war die sanfte Stimme, die sagte: „Du musst nicht perfekt sein. Du darfst eine Anfängerin sein.“
Und schließlich die Glaubwürdigkeit. Sie war mein Fundament in dieser unsicheren Anfangszeit. Sie bedeutete, ehrlich zu sein – mit meinem Nichtwissen und meiner Aufregung. Nicht so zu tun, als hätte ich einen großen Plan, sondern offen zu zeigen: Ich bin hier, ich fange an. Und ich nehme euch mit auf diese Reise, so unfertig und echt, wie sie ist.
Dezember: Als aus der Idee Wirklichkeit wurde
Dann neigte sich der Dezember dem Ende zu, und der Nebel lichtete sich. Aus der vagen Idee war etwas Greifbares geworden – ein Blog, den ich benutzen konnte. Unfertig, ja, aber real. Und wieder spürte ich, wie sich mein innerer Kompass feinjustierte. Die Werte des Anfangs traten sanft in den Hintergrund und machten Platz für neue.
An die erste Stelle rückte die Dankbarkeit. Eine tiefe, warme Dankbarkeit für das, was schon da war. Für jeden gelernten technischen Kniff, für jeden geschriebenen Satz. Dafür, dass aus einem Gedanken in meinem Kopf ein echter Blog geworden war.
Daneben erschien die Ehrlichkeit. Sie forderte mich auf, genau hinzusehen, wo ich stand. Nicht weiter zu planen oder zu idealisieren, sondern anzuerkennen: Der Blog funktioniert, aber was es bedeutet, ihn nun wirklich zu HABEN, das wusste ich immer noch nicht. Es war eine ehrliche Bestandsaufnahme ohne Beschönigung.
Und als stille Grundlage für alles Weitere kam die Beharrlichkeit. Nicht als lautes Trommeln oder zielstrebiges Jagen, sondern als ruhiger Atemzug. Als die stille Bereitschaft, einfach dranzubleiben, ohne den nächsten Schritt erzwingen zu wollen. Jeden Tag ein bisschen.
Und heute? Die Reise geht weiter
War es eine Veränderung? Oder eher eine Entwicklung? Ich glaube, es ist genau das, was Entwicklung ausmacht: vom Wollen zum Tun, vom Beginnen zum Daseinlassen. Meine Werte haben sich nicht zufällig verschoben. Sie waren die Antwort meines Herzens auf das, was das Leben gerade von mir gefordert hat.
Und jetzt ist es sicher wieder etwas anderes. Der Blog entsteht weiter. Vielleicht werden neue Werte auftauchen – nicht als Ersatz, sondern als Antwort auf eine neue Phase. Denn Werte sind keine Fixpunkte. Sie sind Wegmarken in einem Prozess, der sich Leben nennt. Und ich bin gespannt, welchen Rhythmus das Leben als Nächstes für mich bereithält.

Noch ist der Blog neu und im Entstehen. Anngret schreibt Geschichten, veröffentlicht im Blog Alltagserlebnisse, schreibt über Frauenthemen, über Erlebnisse auf ihren Reisen, übers Älterwerden in Würde und Gesundheit, erzählt über die neue sanfte Medizin und einfach über alles, was das Einfach-Mensch-Sein ausmacht. Sie hat eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin, war im Berufsleben im Steuerbereich tätig und ist jetzt in Rente.