Wieso liefere ich immer wieder meine Pfannen? Also, ich schrotte sie, wer jetzt den anderen Ausdruck nicht so gut versteht. Wie viele das jetzt schon waren – ich weiß es nicht mehr.
Am Ende stehen sie auf unserer Ostterrasse, die sich an die Küche anschließt, haben ihren Deckel ganz fest drauf und kühlen runter. Der Deckel ist ganz wichtig, damit Gestank und der Rauch aus der Pfanne nicht noch irgendeinen Feuermelder aktivieren. Kann ja auch einer unserer eigenen sein. Oder dass er die Nachbarschaft alarmiert, und in Rauch einhüllt.
Neu mal wieder
Und jetzt stehe ich wieder vor dem Problem: Ich brauche neue Pfannen. Die, die innen silbern sind, mag ich nicht. Edelstahl. Sie brennen an, egal was drin ist. Eier braten. Ich tu es nie wieder. Oder, kennt wahrscheinlich jeder, da drin Pfannkuchen machen. Das wird, falls es gut ausgeht, eher Kaiserschmarrn. Und selbst der klebt noch fest. Also bei mir zumindest. Ich habe solche Pfannen, natürlich. Für mein Gemüse sind die wunderbar. Da liebe ich sie. Aber es gibt auch noch was anderes außer Gemüse bei mir.
Mein Mann mag es super super gerne, diese herzunehmen. Für egal, was auch immer. Dass er dann danach ganz verzweifelt versucht, den Inhalt rauszubekommen, oder sie tagelang einweichen lässt, und dann wird es manchmal auch nicht viel besser, das rauszubekommen, was immer noch drin ist. Ja, das liegt nicht an ihm. Sondern an der Pfanne. Und das konnte ich ihm lange nicht verständlich machen. Er wollte es umweltfreundlich haben. Punkt.
Bin da dabei, aber
Gut, ist ja in Ordnung. Versteh ich völlig. Bin ich auch dabei. Aber. Manche Sachen, die sind mir, als langjährige Hausfrau, Mutter und Köchin, einfach zu aufwändig. Das Putzen dieser verklebten und verkrusteten Pfannen nach einem normalen Gebrauch, bei dem nicht die Hauptsache aus Wasser besteht, das ist mir einfach zu viel Aufwand. Punkt. Ich gebe es zu.
Jetzt suche ich also neue Pfannen. Denn es sind zwei oder drei, die inzwischen fehlen. Je nach Sichtweise, wofür man sie benötigt. Und ich suche NUR nach Antihaft-Pfannen. Von den anderen habe ich zwei. Und die reichen in ihrer Art völlig. Aber nun kommt die Krux: Ich weiß, wie umweltunfreundlich die Herstellung dieser Pfannen ist, die ich will! Vom Dauerbenützen ganz zu schweigen: Eigentlich ungesund ohne Ende. Und jetzt?
Die neuen Pfannen sind zwar inzwischen ganz anders hergestellt als die frühen ersten Pfannen aus diesem Material, Teflon hieß es. Wer erinnert sich nicht daran, wie sie aussahen, als sie irgendwann so verkratzt waren, dass sich das Material schon löste. Wenn man sie nicht vorher aussortierte. Und dass sich sogar mancher Topfboden verbeulte, wenn die Pfannen billiger waren. Na ja, und mit Geld war ich nicht gerade reich gesegnet. Also gab es immer wieder neue Pfannen aus günstigen Angeboten. Denn sich ablösendes Kunststoffmaterial, das wollte ich nun wirklich nicht in meiner Pfanne haben. Ich war sehr vorsichtig beim Gebrauch: Kein Metallschaber. Nur Holz. Nicht kratzen beim Braten. Nur Holzwender nehmen. Selbst harter Kunststoff war zu hart. Vor allem nicht kratzen beim Putzen.
Ich war nicht allein
Das Problem war nur, dass auch manchmal jemand anderer die Pfannen benutzte. Und dass derjenige nicht so sanft mit ihr umging wie ich. Und schon – war die eigentlich hin, die gerade kräftig benutzt worden war. Kaputt. Kratzer waren drin. Manchmal sehr tiefe. Also, weg damit. Na ja, nicht gleich. Vielleicht ging es noch eine Weile. Man überlegte es sich noch, nicht wahr. Aber irgendwann wurde sie wieder entsorgt.
Inzwischen gibt es diese kratzfesten Pfannen, in denen nichts mehr anbrennt. So eine ganz besondere, außergewöhnliche, hatte ich zwar noch nie. Aber die Werbung verspricht das doch immer. Und genau so eine möchte ich diesmal. Oder zwei oder drei. Eine kleine darf auch dabei sein. Und was mache ich dann mit meinem schlechten Gewissen?
Wahrscheinlich werde ich leben damit. Wir benützen sie ja nicht ständig. Guter Satz, oder? Außerdem sind wir nur noch ein Zwei-Personen-Haushalt. Normalerweise. Meistens. Außer. Genau. Außer. Es gibt eben auch außer. Und Pfannkuchen sind einfach beliebt. Wichtig: Die bekomme ich hin. Das spielt auch noch eine Rolle. Ich bin keine begnadete Köchin. Bei mir gibt es halt etwas zu essen.
Verlust nicht auszuschließen
Wenn ich nun mit dem Kopf wieder woanders bin, als bei meiner Pfanne, in der was brutzelt, was bei mir vorkommen kann, weil ich zum Beispiel eine gute Idee für einen Beitrag im Blog habe, dann geht wieder die Balkontür auf. Mit dicken Topfhandschuhen an den Händen, wenn das Ding so weit runtergekühlt ist, dass man es anfassen kann. Und es landet wieder ein geschrottetes Teil, sprich Pfanne, auf dem Pflaster der Terrasse zum Ausrauchen.
Also, egal wie ich es betrachte. Ich muss auf alle Fälle sehr vorsichtig sein. Denn zum Brennen anfangen soll es um Himmels Willen nicht. Das war zum Glück bisher nie der Fall. Und so soll es auch bleiben. Aber dass ich möglicherweise wieder einmal etwas anbrennen lassen könnte – ich will es nicht ausschließen. Und diese neuen, besonderen Pfannen, die überleben sogar das. Heißt es. Halleluja! Ich muss sie nicht sofort entsorgen! Das klingt doch schon mal gut, oder?
Also, verzeiht es mir, liebe Umweltschützer, bei den Pfannen kann man mit mir nicht reden. Da bleibe ich hart. Es wird Antihaft nach modernster Art werden.

Noch ist der Blog neu und im Entstehen. Anngret schreibt Geschichten, veröffentlicht im Blog Alltagserlebnisse, schreibt über Frauenthemen, über Erlebnisse auf ihren Reisen, übers Älterwerden in Würde und Gesundheit, erzählt über die neue sanfte Medizin und einfach über alles, was das Einfach-Mensch-Sein ausmacht. Sie hat eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin, war im Berufsleben im Steuerbereich tätig und ist jetzt in Rente.