Italienurlaub mit dem Railjet der ÖBB

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Wir machen irgendwann dieses Jahr wieder Urlaub und fahren nach Italien.

Wir, das bin ich, das ist mein Mann, und es ist eine Tochter mit ihrer Tochter, meiner kleinen Enkelin also. Sie wird wieder mit dabei sein.

Wir fahren mit dem Zug nach Italien. Mit dem Railjet der ÖBB ab München.

Ein Zug, der ab München durchgeht bis nach Ancona. Jedes Jahr von April bis Oktober. Aber wir steigen etwas früher aus. In Rimini. Wo wir auch schon letztes Jahr im Hochsommer waren.

Rimini – Abendstimmung
Abends am Strand

Durchgehend bis Ancona

In Ancona war ich einmal vor vielen, vielen Jahren. Als junge Frau. Meine Kinder waren noch gar nicht geboren. Wir sind in diesem Urlaub zu den Tremiti-Inseln mit einem Schiff übergesetzt. Das Wasser um diese Inseln war, und ist es nach wie vor, türkisfarben und kristallklar. Eine unglaubliche Erfahrung, die ich nie vergessen habe. Vieles danach hat sich immer an diesem Erleben gemessen. An die Inseln erinnere ich mich nicht mehr, aber an das klare türkisfarbene Wasser der Adria um diese Inseln.

Es war eine lange und weite Reise damals bis an den Stiefelsporn von Italien, zum Gargano-Gebirge der Halbinsel. Wir waren mit dem Auto unterwegs. Damals gab es noch keinen Zug, der uns hingebracht hätte an diesen Teil der Adriaküste, wie heutzutage.

Heute gibt es einen Zug, den Railjet RJ83 oder RJ1183, der von München aus direkt bis nach Ancona fährt, über den Brenner und Verona nach Bologna, bevor er weiter entlang der Adriaküste bis nach Ancona verkehrt. Bis Rimini dauert es etwa 8 Stunden, bis Ancona 9,5 Stunden.

Wir nehmen den, der einmal am Tag morgens um kurz nach 9 Uhr losfährt und durchgeht. Und – wir müssen nicht umsteigen, nicht aussteigen, keinen Waggon wechseln. Wir dürfen einfach nur sitzen bleiben auf dieser langen Strecke, und an unser Ziel fahren. Das ist sehr, sehr angenehm so.

Reservieren ist Pflicht

Vorausgesetzt, man hat einen Sitzplatz reserviert. Wenn nicht, kann es sehr chaotisch werden. Man muss irgendwo stehen oder auf den Stufen sitzen, oder auf Koffern, oder auf irgendetwas, was zum Sitzen geeignet ist. Oder durch den völlig überfüllten Zug hin und her wandern zu eventuell frei werdenden Plätzen. Nur werden diese sehr begrenzt sein.

Die Vorstellung, das mit Kindern machen zu müssen, ist schier unvorstellbar. Aber wir haben letztes Jahr erlebt, dass es einige getan haben. Es ist während der großen Ferienzeit im Hochsommer gewesen. Sogar der Schaffner wurde bemüht, dabei behilflich zu sein, einen Platz zu finden. Irgendwo in dem langen Zug. Irgendwann vielleicht auf der langen Reise. Aber wenn nichts frei ist, kann auch er nichts herbeizaubern. Die Anzahl der Waggons ist einfach begrenzt.

Seit es jetzt auch noch den neuen Krieg im Nahen Osten gibt, ist dieser Zug noch schneller ausgebucht als er es sonst schon war. Ich rede von dem, der die Strecke ohne Umsteigen zu müssen fährt. Einen anderen haben wir noch nicht benützt.

Von den anderen gibt es einige. Alle gehen ab München, diese Railjets. Für Verbindungen nach Ancona und Rimini ist primär die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) in Kooperation mit der Deutschen Bahn verantwortlich. Der genannte Railjet ist Eigentum der ÖBB und wird von ihnen betrieben. Wenn man bereit ist, öfter umzusteigen, dann ist die Auswahl um einiges größer, und es wird preislich natürlich auch bedeutend günstiger. Wie stark diese Züge befüllt sind mit Reisenden, das weiß ich allerdings jetzt nicht.

Fliegen ist nicht mehr alles

Viele wollen nicht mehr fliegen in ihren kostbaren Urlaub. Es ist zu unsicher geworden – gehen die Flüge überhaupt?  Oder werden sie wieder umgeleitet? Viele Routen werden gar nicht erst angeflogen. Oder die Flüge sind ganz gestrichen. Und so kommt die gute alte Zugfahrt wieder zu großen Ehren.  

Man bleibt auf dem Boden und kommt sicher an. Es dauert unter Umständen zwar sehr lange. Aber das ist wohl immer noch besser als gar nicht reisen zu können. So sieht es zumindest aus, wenn man sich an ausgebuchten Zügen und Hotelbuchungen orientiert.

Hotels an der Adriaküste waren in diesem Jahr schon zu einem Zeitpunkt ausgebucht, wo es sonst noch locker freie Plätze gab. Es ist schlimm genug, dass es alle diese Kriege gibt. Wie stark sie aber unser privates Leben beeinflussen, auch wenn wir selbst zum Glück nicht direkt in diese Kriegshandlungen involviert sind, merkt man schon allein an diesen Urlaubs-Umständen.

Nun, wir werden uns also wieder in einen der wunderbaren Züge der ÖBB begeben und an einem der beliebten Sandstrände an der italienischen Adria landen. Unsere kleine Enkelin liebt es, dort zu sein. Und wir lieben es, mit Kindern und Enkeln unterwegs zu sein. Wir werden gemütlich reisen, und freuen uns schon auf diesen Urlaub.

Es gibt auch einen Bus

Ach ja, und mit einem der Busse, die diese Strecke auch fahren, werden wir nicht mehr unterwegs sein. Das haben wir letztes Jahr ausprobiert. Wir sind über Nacht gefahren, haben demnach nicht gesehen, wo wir überhaupt langfahren. Konnten es nur vermuten. Es gibt ja eine Landkarte.

Es war aber vielleicht gar nicht so verkehrt, dass wir das nicht wussten. Denn mit dem Affenzahn, mit dem dieser Bus durchs Gebirge fuhr, wäre das möglicherweise noch schlimmer gewesen, als es so schon war, wenn wir die steilen Wege auch noch gesehen hätten. Mir wurde schlecht während der Kurvenfahrerei. Glücklicherweise saß ich unten, gleich neben der Toilette.

Das mag sonst nicht der beste Platz sein. Wir bekamen nur noch den, weil wir zu spät dran waren zum Auswählen von Plätzen. Aber für diese Fahrt einen Platz im Oberdeck, wo es so schaukelt in einem Doppeldeckerbus … Und die Toiletten sind dann im Unterdeck… Also, wie gesagt, ich war froh um den Platz neben dem WC. Und werde diese Strecke nie wieder mit diesem Bus fahren.

Von Anngret

Noch ist der Blog neu und im Entstehen. Anngret schreibt Geschichten, veröffentlicht im Blog Alltagserlebnisse, schreibt über Frauenthemen, über Erlebnisse auf ihren Reisen, übers Älterwerden in Würde und Gesundheit, erzählt über die neue sanfte Medizin und einfach über alles, was das Einfach-Mensch-Sein ausmacht. Sie hat eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin, war im Berufsleben im Steuerbereich tätig und ist jetzt in Rente.

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